Praxisbeispiele und Unterstützungsangebote für die Netzwerke
Der erste Teil begann mit praktischem Input. In einem anschaulichen Vortrag stellte Lutz Rätz von der Weiterbildungsagentur Sachsen-Anhalt dar, wie das Netzwerk sich einem Konzept für seine Öffentlichkeitsarbeit genähert hat, und zeigte viele konkrete Umsetzungsbeispiele: Von der Website mit Matchingplattform (Bedarf melden/Bedarfsmeldung sehen) über eine komplette Ausstattung für Infostände bis hin zum Sweatshirt mit Logo. Auf besonderes Interesse stieß eine SEO-/SEA-Kampagne (Suchmaschinenoptimierung bzw. Suchmaschinenwerbung) der Weiterbildungsagentur, die die Zahl der Webzugriffe und Beratungsanfragen deutlich steigern konnte. Deutlich machte Herr Rätz jedoch auch, dass der Abstimmungsaufwand in Netzwerken oft hoch, die finanziellen und zeitlichen Ressourcen jedoch gering sind.
Zum Praxisbeispiel: Digitale Sichtbarkeit steigern: SEO-/SEA-Maßnahmen der WBA Sachsen-Anhalt
Im Anschluss zeigte Isabell Sambale aus dem Team Öffentlichkeitsarbeit und Redaktion der SWBA, wie die SWBA als Plattform die Netzwerke auf dem Weg zu mehr Sichtbarkeit unterstützen kann. Ein zentrales Anliegen der SWBA ist es, unter dem Leitgedanken „Expertise vernetzen. Wissen bündeln. Orientierung schaffen.“ regionales Wissen aus den Netzwerken zu bündeln und überregional zugänglich zu machen. Im Fokus ihrer Aktivitäten stehen daher stets praxiserprobte Lösungen, statt grauer Theorie, und das Lernen voneinander. Wichtiger Baustein ist der Wissenspool auf dem neuen Online-Portal der SWBA. Auf diesem Online-Portal werden Weiterbildungsagenturen auch konkret sichtbar:
mit Kurzprofilen,
über eigene Beiträge im Wissenspool oder Neuigkeiten aus den WBA,
und perspektivisch über eine geschlossene Community, die Raum für Vernetzung und Austausch untereinander geben wird.
Herausforderungen teilen, Lösungen entwickeln
Im zweiten Teil der Veranstaltung zeigte sich im direkten Austausch der Teilnehmenden, wie wertvoll der Erfahrungsaustausch untereinander ist, weil Herausforderungen und Lösungen trotz regionaler Unterschiede meist ähnlich sind. Zunächst wurde deutlich, dass alle Netzwerke bereits Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit umsetzen. Es gibt nicht wenige Netzwerke, die nicht über einen Internetauftritt verfügen, Infomaterial und nutzen Veranstaltungen zur Bewerbung ihres Netzwerks und ihrer Angebote.
Auch in der Diskussion zeigte sich, dass ein guter Webauftritt mit regelmäßig neuen Inhalten die Grundlage dafür ist, die Zielgruppen zu erreichen und insbesondere kombiniert mit SEO-/SEA-Maßnahmen wirkungsvoll ist. Gut die Hälfte der Netzwerke verfügt auch bereits über einen Social Media-Account.
Alle Netzwerke stehen jedoch auch vor Herausforderungen, insbesondere knappen Ressourcen und Schwierigkeiten, die verschiedenen Zielgruppen zu erreichen. Um dies zu lösen, berichteten einige Teilnehmende, dass sie mit regionalen Partnern kooperieren, die finanziell und personell besser ausgestattet sind. Auch lohne es sich, beharrlich für eine bessere finanzielle Ausstattung einzutreten. So habe sich die Weiterbildungsagentur Sachsen-Anhalt an die „Landesinitiative Fachkraft im Fokus“ angeschlossen und darüber Ressourcen erschlossen.
Grundsätzlich wiesen die Teilnehmenden darauf hin, dass in einem ersten Schritt das Thema Weiterbildung allgemein stärker in den Fokus gerückt und deren Bedeutung und Mehrwert deutlich gemacht werden müsse, z. B. im Rahmen einer bundesweiten Kampagne. Nur wenn die Menschen das Thema Weiterbildung für wichtig halten würden sie auch nach Weiterbildungsberatung suchen.
Unser Fazit
Es war ein sehr interessanter Austausch, in dem die Teilnehmenden echte Herausforderungen und Ansätze benannt, ihr Wissen und Best-Practice geteilt und so gezeigt haben, wie wertvoll und zielführend die Vernetzung von Wissen und Expertise in der Weiterbildungsberatung ist. Das Thema Sichtbarkeit und Öffentlichkeitsarbeit stößt auf großes Interesse in den Netzwerken und ist insbesondere mit Blick auf Ressourcen eine Herausforderung, für die in manchen Regionen jedoch auch schon gute Lösungsansätze existieren.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihre rege Beteiligung und freuen uns auf den weiteren Austausch.