Gesine Stephan et al. | 2026
Die Zahl der Beschäftigten, die die Berufsberatung im Erwerbsleben der Bundesagentur für Arbeit nutzen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Während 2021 etwa 45.000 Beschäftigte erstmals beraten wurden, waren es 2024 knapp 60.000. Das kostenfreie Angebot unterstützt Menschen bei Fragen zur beruflichen Neuorientierung, Weiterbildung und Karriereplanung.
Eine aktuelle Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass bestimmte Beschäftigtengruppen besonders häufig eine Beratung in Anspruch nehmen. 62 Prozent der Beratenen waren Frauen, gegenüber 46 Prozent in der Vergleichsgruppe. Auch Teilzeitbeschäftigte, befristet Beschäftigte und jüngere Erwerbstätige waren deutlich überrepräsentiert. Vergleichsweise häufig nutzten zudem Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, dem Handel sowie aus kleinen und mittleren Betrieben das Angebot. Ältere Beschäftigte ab 55 Jahren waren hingegen deutlich seltener unter den Beratenen vertreten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, welche Personengruppen bereits gut durch die Berufsberatung im Erwerbsleben erreicht werden. Zugleich liefern sie Anhaltspunkte dafür, bei welchen Zielgruppen die Ansprache und der Zugang zu Beratungsangeboten weiter gestärkt werden könnten. Geplante Wirkungsanalysen sollen künftig zeigen, wie sich die Beratung auf die weiteren Erwerbsverläufe der Teilnehmenden auswirkt.
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Quelle
Stephan, Gesine; Heusler, Anna; Lang, Julia; Osiander, Christopher (2026): Berufsberatung im Erwerbsleben: Frauen und Teilzeitbeschäftigte sind bei den beratenen Beschäftigten weiterhin besonders stark vertreten. In: IAB-Forum 8. Juli 2026.
